Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Hessen - Bezirk Rüsselsheim  e.V.

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Auf 40 Meter Tiefe und zurück - Druckkammerfahrt der Rüsselsheimer DLRG-Taucher  -  22.02.2006

DLRG

Nachdem die Tauchergruppe der DLRG Rüsselsheim im Januar Eistauchgänge im zugefrorenen Waldschwimmbad durchgeführt hatte, stand nun ein Tauchgang der etwas anderen Art auf dem Jahresprogramm: ohne Wasser, ohne Taucheranzug und ohne Pressluftflasche.

Dazu fuhr die DLRG-Tauchergruppe im Rahmen Ihrer Weiterbildung in die Druckkammeranlage nach Wiesbaden, die zu den modernsten in Europa gehört. Die Ausstattung der 13-Personen-Kabine erinnert an das Innere eines kleinen Flugzeuges. Die Plätze sind durch Bullaugen einzusehen und videoüberwacht. Eine Medikamentenschleuse sorgt im Notfall für die entsprechende Versorgung.

Die nun folgende Druckkammerfahrt erwarteten die DLRG-Tauchern mit Spannung, denn selten besteht die Möglichkeit, unter solch kontrollierten Bedingungen auftretende Symptome des lebensbedrohlichen Tiefenrausches zu verfolgen. Innerhalb von acht Minuten wurde der Druck auf fünf bar, entsprechend 40 Meter Tiefe erhöht. Gleichzeitig stieg die Temperatur auf 40 Grad Celsius. Während des fünfminütigen Aufenthalts in der „Tiefe“ beobachteten die DLRG-Taucher genau ihren Körper und ihre Stimmung, die nicht nur aufgrund des bei diesen Druckverhältnissen vorherrschenden „Mickey-Mouse-Effekts, sondern wohl auch durch den beginnenden Tiefenrausch als euphorisch bezeichnet werden konnte.

Danach begann der „Aufstieg“. Ab 15 Metern bekamen die DLRG-Taucher reinen Sauerstoff zum Atmen, um die „Auftauchzeit“ zu verkürzen und eine übermäßige Stickstoffanreicherung zu vermeiden.

Nach einer Tauchzeit von 40 Minuten und etlichen Experimenten mit persönlichen Tauchcomputern, Luftballons und Mohrenköpfen hatten alle nicht nur viel Spaß, sondern konnten auch am eigenen Körper erfahren, was in größerer Tiefe passiert, ohne sich selbst oder andere zu gefährden.

Renate Lindner